Das Fertigdach ist ein Steildach aus vorgefertigten Dachelementen. Es wird insbesondere im Reihenhausbau und bei größeren Wohnanlagen eingesetzt. Der hohe Vorfertigungsgrad kann die Planung und Montage strukturieren und dazu beitragen, die Arbeitsabläufe auf der Baustelle zu verkürzen.
Die Dachelemente werden projektbezogen für das jeweilige Bausystem geplant. Dabei können Anforderungen an Statik, Wärmeschutz, Schallschutz, Dachform und technische Ausstattung berücksichtigt werden.
Je nach Gebäudeentwurf sind unterschiedliche Dachformen und Dachneigungen möglich. Dazu gehören beispielsweise Sattel- und Pultdächer sowie Dachneigungen vom Ziegeldach bis zum Blechdach. Die konkrete Ausführung richtet sich nach Planung, Konstruktion, Materialwahl und den Anforderungen des Bauvorhabens.
Die Montage kann bei geeigneter Planung und Logistik auch in verschiedenen Jahreszeiten erfolgen. Der tatsächliche Bauablauf hängt jedoch von Witterung, Baustellensituation, Transport, Kranlogistik und Projektumfang ab.
Dächer und Dacheinbauten wie Dachfenster, Dachgauben und Lüftungselemente können im Werk vorbereitet und auf die jeweilige Planung abgestimmt werden. Die kontrollierte Fertigung unterstützt eine präzise Koordination der Bauteile und Anschlüsse.
Ob das Fertigdach für ein schalltechnisch anspruchsvolles Baugebiet geeignet ist, wird anhand der Gebäudenutzung, des Dachaufbaus, der Umgebung und der erforderlichen bauphysikalischen Nachweise geprüft.
Wärmeschutz
Je nach Aufbau sind U-Werte bis zu 0,10 W/(m²·K) möglich. Der konkrete U-Wert hängt unter anderem von Dämmstoff, Schichtaufbau, Wärmebrücken und Ausführung ab und sollte durch eine projektbezogene Berechnung nachgewiesen werden.
Schallschutz
Für erhöhte Anforderungen können Dachaufbauten mit einem bewerteten Schalldämm-Maß Rw bis zu 52 dB vorgesehen werden. Der jeweils erreichbare Wert hängt vom konkreten Bauteilaufbau, den Anschlüssen und der Ausführung ab.
Die genannten Maße sind abhängig von Konstruktion, Transport, Statik, Fertigung und Montagebedingungen.